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HTML-Validierung: Reine Zeitverschwendung, oder?

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Gastartikel von David Becker, er arbeitet als Autor bei netzsieger.de

w3c_imageDiese Frage wird ein Teil der Webgemeinde vehement bejahen, die anderen werden ebenso überzeugt widersprechen. Ob eine klare Antwort in dieser Thematik überhaupt möglich ist, sei vorerst offengelassen. Jeder, der sich etwas genauer mit der Frage auseinandergesetzt hat, kommt zu einem anderen Schluss, hauptsächlich abhängig von den eigenen Erfahrungen und Konsequenzen. Bei näherer Recherche ergibt sich schnell, dass selbst Branchengrößen wie Amazon oder Facebook invaliden Code verwenden. Ja, selbst Google nimmt diese in Kauf. Aber nur weil andere es machen, muss es nicht zwangsläufig für jeden der richtige Weg sein.

Welche Vorteile ergeben sich durch validen Code?

Mit einem Vorurteil kann direkt aufgeräumt werden. Google bestraft Websites mit invalidem Code nicht. Die Top-Suchergebnisse beliebiger Sucheingaben sind fast immer Websites, die ungültiges HTML beinhalten. Den Code des eigenen Webauftritts komplett fehlerlos zu halten, ist also kein Freifahrtschein, von Google dafür auch belohnt zu werden. Es gibt aber durchaus andere Argumente, die für möglichst ausschließliche Nutzung validen Codes sprechen.

Gerade veraltetes, fehlerhaftes HTML mag aktuell korrekt angezeigt werden. Bei zukünftigen Browsern könnte das aber schon nicht mehr der Fall sein. Was gerade noch problemlos erscheint, könnte dann plötzlich doch Probleme bereiten. Außerdem darf auch nicht die gegenseitige Verstärkung mehrerer Fehler unterschätzt werden. Zwei, drei Fehler auf einer Seite bleiben vielleicht ohne Konsequenzen, bei noch mehr invalidem Code wird die Seite dann aber vielleicht doch nicht mehr korrekt angezeigt.

Kleiner Code oder Multibrowserfähigkeit?

Die Entscheidung, invalides HTML oder CSS zu verwenden, kann auch bewusst getroffen werden. Ob die Vorteile fehlerlosen Codens für jemanden eine Rolle spielen oder nicht, auch für invaliden Code gibt es klare Argumente. Da wäre zum einen der Aspekt der Geschwindigkeit. Fehlerhaftes HTML kann z.B. kürzer sein als das valide Pendant. Kürzeres HTML nimmt weniger Platz in Anspruch. Gerade bei größeren Websites kann sich also invalider Code positiv sowohl auf Kosten als auch Geschwindigkeit der jeweiligen Website auswirken.

Zum anderen hat auch das Verhältnis von Nutzen und Zeitaufwand Bedeutung. Bei sehr großen Websites gibt es zweifellos sinnvollere Möglichkeiten, an deren Performance und Bekanntheit zu arbeiten, als stundenlang jeden noch so kleinen Fehler in den Code-Massen auszumerzen. Ein Dilemma bleibt trotzdem. Selbst wenn für nur 0,5% der User Anzeigeprobleme durch invalides HTML entstehen, kann bei größeren Websites die Anzahl der betroffenen Besucher schnell eine signifikante Zahl erreichen. Was ist also wichtiger, Cross-Browser oder kleiner Code?

HTML5 als Kompromiss

HTML5CSS3Einen möglichen Ausweg bietet eventuell der Umstieg auf HTML5. Das role-Attribut ist z.B. hilfreich, sinnvolle Markierungen auf einer Seite zu setzen, die sich wiederum günstig auf die Barrierefreiheit auswirken. So nützlich diese Funktion auch ist, hat dies für gewöhnlich invaliden Code als Konsequenz. HTML5 erkennt jedoch dieses Attribut, würde also gleichzeitig Barrierefreiheit und Validierung zugutekommen.

Dagegen spricht jedoch, dass gerade der IE HTML5 noch nicht so optimal unterstützt, wie viele es sich wünschen würden. Auch an diesem Punkt ergibt sich für jeden Nutzer also eine persönliche Abwägung. Die Vorteile von HTML5 sind schlagkräftige Argumente, es wird zweifellos mehr und mehr zum Webstandard. Einige Performance-Probleme und andere Makel muss man aber derzeit beim IE oder älteren Browser-Versionen noch in Kauf nehmen. Via HTML5-shiv lassen sich auch diese Fehler beheben, erfordern aber natürlich wiederum Mehrarbeit.

Die Wahrheit ist nicht in Stein gemeißelt

Was möchte man selbst mit dem eigenen Webauftritt erreichen? Wie viel Zeit will man für welche Optimierung investieren? Eine eindeutige Antwort auf die Eingangsfrage ist derzeit noch unmöglich. Von daher ist eine Umfrage zu diesem Thema sicherlich ein geeigneter Weg, um Erfahrungen auszutauschen und möglichst viele Meinungen zusammenzutragen.

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Written by Michael Kliewe

Juli 30th, 2014 at 4:03 pm

6 Responses to 'HTML-Validierung: Reine Zeitverschwendung, oder?'

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  1. Also ich finde das dass schwer zu defenieren ist.
    Ich habe jetzt für Gelegentlich gevotet, da ich selbst schaue, das jeder Code den ich ändere, nach aktuellen Maststäben ist, bzw. schaue ich natürlich das jede Datei die geändert wird auch nach meinen eigenen Normen entspricht.
    Also, ist die Datei und Verarbeitung nach UTF-8, kommen in den Errorlogs, keine Notices und beschwert sich Firebug,Firefox und Netbeans nicht nach Verbesserungen.

    Leider habe ich auch viele Scripte in denen kaum CSS genutzt wird, das muss man immer nach ändern.
    Habe auch schon erlebt das Leute sagen, Notices wären unnötig, leider stand in denen, das Funktionen deaktiviert werden…
    Egal, zurück zu HTML, ich für meinen Teil denke, das es nie schlecht ist sich an Validierungen zu halten, alleine für die Kompatibilität der Browser.

    huskynarr

    30 Jul 14 at 17:10

  2. Leider gibt es keine Edit Funktion, nur Fefe hat bereits gezeigt das es auch ohne body-Tags etc. ohne Probleme funktioniert.

    http://www.thisiswhyimbroke.com/html-for-babies 😉

    huskynarr

    30 Jul 14 at 17:11

  3. Was hat denn jetzt das role-Attribut mit Validierung zu schaffen? Barrierefreiheit kapier ich ja, aber ich krieg die Verbindung zur Leitfrage nicht auf die Reihe.

    bit

    1 Aug 14 at 02:36

  4. […] PHP Gangsta wurde ein interessanter Artikel von David Becker veröffentlicht, der sich die Frage stellt, ob TML Validierung eine Reine […]

  5. Validiert ihr nur die kompletten Seiten oder evtl. auch die Templates? Wenn ja, wie?

    Marco

    18 Aug 14 at 19:38

  6. Sofern man ordentlich arbeitet gibt es auch keine Probleme mit den Validator. Sehen wir das Ganze mal aus einer anderen Sicht: Wenn ich einen Maler hole, soll die Wand danach auch nicht fleckig sein. Ein Dachstuhl muss vom Zimmermann auch ordentlich genietet werden – auch wenn der Laie das selber nicht sieht. Für mich ist das eine Frage der Qualität, die man abliefert.
    Da man aktuell sowieso mit CMS Systemen arbeitet und die Redakteure WHYSIWYG Editoren nutzen sind Quelltextfehler sind QUelltextfehler schlichtweg Schlamperei. Sind alle Vorlagen valide, kann das Gesamtkonstrukt nicht invalide sein. Wird Quelltext kopiert, kann man sich die zwei Minuten mehr ruhig nehmen.
    Das sowas bei den großen Auftritt ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Wenn man schon bei HTML schludert, will ich nicht sehen, was von den Leuten dann mit JS, PHP und Java produziert wird.

    WorkerBee

    16 Dez 14 at 15:11

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